Flurstücksbildung zur Teilung von Grundstücken (Zerlegungsvermessung)

Eine Flurstücksbildung (Zerlegungsvermessung) ist erforderlich, wenn z. B. bei einem Grundstückskauf/-verkauf nur eine oder mehrere Teilflächen eines vorhandenen Grundstückes gekauft oder verkauft werden sollen.

Sie kann auch zweckmäßig sein, wenn auf einem Grundtück mehrere wirtschaftliche Einheiten existieren und diese beim Eigentümer verbleiben aber grundbuchlich getrennt werden sollen z. B. bei der Errichtung eines zweiten Wohnhauses für Familienangehörige.

Im Grundbuch ist ein Flurstück die kleinste buchbare Einheit eines Grundstückes. Deshalb muss eine Teilfläche, die als selbständiges Grundstück (z. B. als Bauplatz) im Grundbuch geführt oder einem benachbarten Grundstück (z. B. als Arrondierungsfläche) zugeschrieben werden soll, im Liegenschaftskataster als ein Flurstück nachgewiesen sein. In vielen Fällen ist diese Voraussetzung nicht gegeben und eine Flurstücksbildung wird erforderlich.

Bei der Bildung von Flurstücken (Zerlegungsvermessung) wird ein bestehendes Flurstück in zwei oder mehrere neue Flurstücke aufgeteilt oder parzelliert (zerlegt). Abzutrennende Flurstücksteile werden als Trennstücke bezeichnet. Das dem Eigentümer verbleibende restliche Flurstücksteil wird als Reststück bezeichnet.

Zur Flurstücksbildung ist es erforderlich ein Grenzfeststellungs- und Abmarkungsverfahren durchzuführen. Im Grenzfeststellungs- und Abmarkungsverfahren werden die vorgesehenen und ggf. auch vorhandene Grenzpunkte und Flurstücksgrenzen festgestellt und abgemarkt.

Die Zerlegungsvermessung erfolgt durch örtliche Vermessung. Bei den örtlichen Vermessungsarbeiten werden die vorhandenen Grenzpunkte und Flurstücksgrenzen in dem Umfang ermittelt und untersucht, wie es zur ordnungsgemäßen Durchführung der Amtshandlung erforderlich ist.

Die vorgesehenen Grenzpunkte und Flurstücksgrenzen werden im Normalfall nach den Angaben des Eigentümers und ggf. auch des Erwerbers gebildet. Die vorgesehenen Grenzpunkte und Flurstücksgrenzen können in der Örtlichkeit angezeigt werden. Sie können sich jedoch auch aus einem Kaufvertrag oder anderen Festlegungen ergeben.

Nach der örtlichen Grenzermittlung der vorhandenen und Festlegung der vorgesehenen Grenzpunkte und Flurstücksgrenzen in der Örtlichkeit werden von der beauftragten Vermessungsstelle alle vom Grenzfeststellungs- und Abmarkungsverfahren betroffenen Beteiligten zu einem Grenztermin geladen. Beteiligte sind hierbei der Eigentümer des zu vermessenden Flurstückes, ggf. der Erwerber des Trennstückes und die vom Grenzfeststellungs- und Abmarkungsverfahren betroffenen Grenznachbarn.

Die vorhandenen und vorgesehenen Grenzpunkte werden bei einer Zerlegungsvermessung durch Grenzmarken gekennzeichnet, wenn sie nicht durch geeignete Grenzeinrichtungen ausreichend gekennzeichnet sind oder auf eine Kennzeichnung verzichtet werden kann.

Die durchgeführte Grenzfeststellung und Abmarkung wird den im Grenztermin anwesenden Beteiligten mündlich und den nicht anwesenden Beteiligten schriftlich und in begründeten Ausnahmefällen durch Offenlegung bekanntgegeben.

Flurstücksbildung durch Sonderung

Unter bestimmten Voraussetzungen kann eine Flurstücksbildung ohne örtliche Vermessung (Sonderung) vorgenommen werden. Die durch Sonderung gebildeten Flurstücksgrenzen müssen jedoch eindeutig in die Örtlichkeit übertragbar sein.

Ein Flurstück kann ohne örtliche Grenzuntersuchung der vorhandenen Flurstücksgrenzen  nach dem Katasternachweis gebildet werden, wenn die vorhandenen Flurstücksgrenzen des neu zu bildenden Flurstückes (Trennstück) bereits in einem früheren Grenzfeststellungsverfahren festgestellt wurden.

Verschmelzung von Flurstücken

Unter der Verschmelzung von Flurstücken ist eine relativ einfache katastertechnische Zusammenfassung von zwei oder mehreren Flurstücken zu einem Flurstück zu verstehen. Die vor der Verschmelzung selbständigen Flurstücke gehen unter Verlust ihrer alten Bezeichnung in eindem neu gebildeten Flurstück auf. Die Größe des neu gebildeten Flurstückes ergibt sich in der Regel durch Aufsummierung der Einzelflächen der zu verschmelzenden Flurstücke.

Flurstücke, die örtlich zusammen liegen und wirtschaftlich eine Einheit bilden, können verschmolzen werden, wenn das zuständige Grundbuchamt keine Bedenken äußert und sonstige Gründe der Verschmelzung nicht entgegenstehen.